Biotomaten mit der Post?

Die meisten von uns haben es wohl schon ausprobiert, oder zumindest geplant oder vielleicht darüber nachgedacht – Lebensmittel online bestellen. Lebensmittel erobern die Welt des Online-Shoppings. Schuhe, Sofa oder Fernseher waren gestern. Heute locken Biotomaten, Milchprodukte und Müsli.

Kein nerviges Drängen durch die Regale, keine zeitraubende Schlange an der Kasse und keine schweren Einkaufstüten schleppen. Stattdessen lässt man suchen, eintüten, einladen und per Post bis zur Haustür liefern. Der Wocheneinkauf frei Haus – spart Zeit und Nerven. Wer gerne selber kocht oder sich inspirieren lassen möchte, bekommt auch gleich das passende Rezept zu den eingekauften Lebensmittel. Kochabo-Boxen von Hello Fresh, MarleySpoon, Kochzauber, aber auch regionalen Anbietern machen es möglich. Ob Classic, Vegetarisch, Diät, Bio oder Boxen für stillende Mütter – einfach online auswählen und wöchentlich liefern lassen. Nur noch klein schneiden, in den Kochtopf werfen und Herd an.

Die Vorteile der Online-Bestellung sind klar. Aber kann uns Verbraucher das Konzept so sehr begeistern, dass wir unseren wöchentlichen Einkauf künftig ganz in die Hände der Supermärkte legen werden? Wer im Internet bestellt weiß, man bekommt nicht immer was die Pixel zeigen. Der Schuh fällt kleiner aus, das T-Shirt ist doch eine Nuance zu dunkel, der Stoff des neuen Sofas fühlt sich zu rau an, das Parfum riecht doch nicht so blumig. Wer kauft will bestenfalls auch anfassen, probieren und riechen. Für Lebensmittel gilt das wohl noch mehr als für andere Produkte. Das hat mit Genuss zu tun, und noch mehr mit der Überprüfbarkeit von Frische und Qualität. Die wichtigsten Kriterien, die wir bei der Auswahl unserer Lebensmittel heranziehen oder zumindest sollten.

Vielleicht müssen Online-Händler gar nicht mit Superfrische punkten, sondern nur überzeugend darlegen , dass es auch ok ist, sich bloß die Dosentomaten liefern lassen, in die man auch im Laden nicht reingucken kann, die Milch im Tetrapack, die Nudeln, die eh immer gleich verpackt sind. Also Lebensmittel, die beim Transport sowieso viel leichter zuhandhaben sind, weil sie nicht andetschen können und währenddessen nicht dauerhaft gekühlt werden müssen. Für die frischen Tomaten gehen wir dann weiterhin in den Supermarkt um die Ecke – zum ausführlichen Testdrücken.