verpackungsgesetz

8 Tipps für die korrekte Mülltrennung

Am 1. Januar 2019 tritt die neue Verpackungsordnung in Kraft. Die überarbeitete Verordnung soll dafür sorgen, dass Verbraucher ihren Müll besser trennen, um die Recycling-Raten zu verbessern. Ist eine Verpackung für ein Produkt notwendig, soll diese künftig möglichst einfach wiederzuverwerten sein. Außerdem soll die neue Verordnung helfen, Verpackungsmüll insgesamt zu vermeiden, um Rohstoffe zu schonen und letztendlich die Umwelt zu schützen.

Ein dringend notwendiger Schritt, bedenkt man, dass jeder Deutsche laut statistischem Bundesamt durchschnittlich 618 kg Müll pro Jahr erzeugt – und damit mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern.

Wie man mit kleinen Änderungen viel für die Kreislaufwirtschaft tun kann, ist in unseren 8 Tipps zur Mülltrennung zusammengefasst.

8 Tipps für die Mülltrennung zuhause

Je mehr Verpackungen wiederverwertet werden, desto weniger natürliche Ressourcen wie Holz oder Erdöl werden für die Herstellung neuer Verpackungen benötigt. Wie kann also der Verbraucher es dem Entsorger erleichtern, Rohstoffe wiederzuverwerten?

Damit Recycling überhaupt funktionieren kann, ist eine korrekte Mülltrennung die Voraussetzung – es fängt also bei uns allen zuhause an. Sortiermaschinen trennen nicht so präzise wie der Mensch bei sich zuhause. Falsche Entsorgung führt dazu, dass viele Materialien für das Recycling gänzlich unbrauchbar werden.

  • Tipp 1: Richtig einkaufen:
    • Schon beim Einkauf sollte man auf verpackungsarme Produkte oder auf solche mit wiederverwertbaren Verpackungen achten. Also z.B. Papier statt Plastik.
  • Tipp 2: Mehrweg statt Einweg:
    • Es ist ökologisch wenig sinnvoll, eine Verpackung nur einmal zu verwenden, damit sie anschließend im schlimmsten Fall in der Müllverbrennung landet. Kaufen Sie darum vorwiegend Produkte mit Mehrweg-Verpackungen, um Ressourcen zu schonen.
  • Tipp 3: Mehrfachverpackungen vermeiden:
    • Ist ein Produkt gleich mehrfach mit verschiedenen Materialien verpackt, produziert das unnötig viel Verpackungsmüll (z.B. Pudding in Plastikbechern mit zusätzlicher Papp-Banderole darum). Achten Sie beim Kauf stattdessen darauf, dass die Verpackung möglichst aus nur einem Material besteht, das sich dann als Ganzes korrekt entsorgen lässt. Das erspart das lästige Auseinanderfummeln der einzelnen Komponenten.
  • Tipp 6: Trennen, was nicht zusammengehört:
    • Bei Kombinationen von Komponenten wie Papier, Alu und Kunstsoff sollten die Bestandteile getrennt entsorgt werden (z.B. der Alu-Deckel vom Plastik-Joghurt-Becher). Bei Verpackungen können auch verschiedene Arten von Kunststoffen miteinander verklebt sein. Darum sollte man z.B. Schale und Deckel bei der Entsorgung immer trennen, damit die Sortiermaschinen die unterschiedlichen Materialien einwandfrei zuordnen und wiederverwerten können.
  • Tipp 4: Intelligent trennen:
    • Erstellen Sie in der Küche oder an einem anderen passenden Ort der Wohnung ein platzsparendes System, um einfach und schnell die verschiedenen Müllarten zu trennen. Ein gutes System ist die halbe Miete. Wird die Mülltrennung zu kompliziert, verliert man womöglich schnell die Motivation und gibt die Mülltrennung ganz auf.
  • Tipp 5: Papier ist nicht gleich Papier:
    • Sind Papier, aber auch Servietten und Küchenrolle zu sehr von Lebensmittelresten verschmutzt oder durchweicht, eignen sie sich nicht mehr für das Recycling und gehören somit auch nicht mehr in die Altpapiertonne, sondern in den Restmüll. Gut zu wissen: Fax- und Thermopapier, wie von Tickets und Fahrkarten, sowie imprägnierte und beschichtete Kartons gehören nicht ins Altpapier.
  • Tipp 7: Müllreinigung ist ineffizient:
    • Verpackungen, wie Plastik-Salatschalen, Smoothie-Fläschchen oder Joghurt-Becher sollten entgegen der verbreiteten Annahme nicht ausgespült werden, bevor sie in den gelben Sack wandern, denn der Verbrauch des Wassers wirkt sich sehr ungünstig auf die Umweltbilanz aus.
  • Tipp 8: Wiederverwenung schon zuhause:
    • Die Herstellung von Verpackungen ist recht energieaufwendig, darum sollten Sie, soweit möglich, Verpackungen nach dem Verbrauch zuhause weiterverwenden, z.B. leere Trinkflaschen, Einmachgläser oder Papiertüten.

Klingt gar nicht so schwer! Wenn Sie diese Schritte befolgen, leben Sie nicht nur mit einem guten Gewissen, sondern tun aktiv etwas Gutes für die Umwelt.

Recyclingraten verbessern

Bei einigen Rohstoffen funktioniert die Verwertung bereits ziemlich gut: Die Recyclingraten für Glas, Papier und Metall liegen heute bereits bei ca. 80 %. Bei Restmüll, Plastik und anderen Kunststoffen, die hauptsächlich aus Verpackungen stammen, sieht das leider anders aus. Nicht einmal 30 % werden tatsächlich wiederverwertet. Zwar landen knapp 40% in Wiederverwertungsanlagen, weil aber Kunststoffe meist aus verschiedenen Verbundstoffen bestehen und der Müll nicht richtig getrennt wird, ist der Recycling-Prozess deutlich komplizierter. Oft kann nur wenig Material tatsächlich in den Kreislauf zurückgeführt werden. Der Rest landet in der Müllverbrennung.

Neue Ideen aus der Gastro-Branche

Gastronomen kommen auf innovative Ideen für Verpackungskonzepte: Ob Bio-Einweg-Verpackung aus abbaubarem Material, oder Mehrweg-Boxen, die gegen Pfand zurückgenommen und wiederverwendet werden, oder gar die Reaktivierung der guten, alten Milchkanne: Wenn es um Ressourcenschonung geht, werden wir kreativ.

Ein vorbildliches Beispiel ist der Foodtruck Curry O City in München. Mit dem mobilen Tandoori-Ofen werden leckere Spezialitäten der indischen Küche traditionell zubereitet. Um Verpackungsmüll zu reduzieren, haben Curry O City sich eine spannende Aktion einfallen lassen: Kunden erhalten 0,50 € Rabatt, wenn sie ihre eigenen Mehrweg-Behälter oder Boxen mitbringen. Das Konzept stieß bei der Kundschaft auf breite Zustimmung und läuft seither sehr erfolgreich.

„Jede Woche nehmen mehr Kunden an der Aktion teil“, sagt Michael Pinke, Initiator der Idee. Dabei gehe es den Kunden in erster Linie nicht um den finanziellen Anreiz, sondern um den Umweltschutz. „Als Gastronomen sehen wir uns in der Verantwortung aktiv zur Vermeidung von Abfall beizutragen und möchten hier für die Zukunft weitere Ideen entwickeln.“

Es bleibt zu hoffen, dass Ideen wie diese weite Verbreitung finden und auch innerhalb der Bevölkerung das Bewusstsein für nachhaltige Verpackung und deren Wiederverwertung wächst.